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Von unserer Spartenleiterin Kerstin Klasen:

JHV 2018 TSV 011

 Hallo, mein Name ist Kerstin Klasen, ich bin 2013 durch den Brötchenrad-Triathlon zum TSV Schwarme gekommen und habe seitdem richtig Karriere gemacht… nicht unbedingt im sportlichen Bereich, aber dafür im Funktionärswesen, denn ich bin Spartenleiterin der Abteilung Ausdauersport und darf als solches heute eine Laudatio halten – die eigentlich nur ein Rückblick auf den 13. August 2017 ist. Lasst mich euch mitnehmen auf einen Tagesauflug…

Wie schon gesagt: es ist Sonntag, der 13. August 2017 - 3 Uhr in der Früh… es ist dunkel, noch ca. vier Stunden bis zum Start… und noch viel länger, bis man die Ziellinie überquert haben wird.

Unsere Sportler befinden sich bereits seit einigen Tagen in der jeweiligen Wettkampfstadt – zum einen im malerischen Regensburg, in der äußersten südöstlichsten Ecke der Republik, und zum anderen am „Tor zur Welt“, der Perle Hamburg.

Hinter ihnen liegen unzähligen Monate der Vorbereitung, fast 300km im Wasser, knapp 9.000km auf dem Rad, über 1.500 Laufkilometer und dazu noch eine volle Arbeitswoche von etwas über 40 Stunden beim Athletiktraining. Das sind zwischen 35 bis fast das 80-fache des Wettkampfumfanges… Man fragt sich, ob die Uhren anders ticken – woher nimmt man die ganze Zeit??? Es wird quasi schon vorm Aufstehen und / oder nach dem Schlafengehen trainiert – soziale Kontakte waren in dieser Zeit oft auf die Trainingspartner reduziert und die Definition von Genuss im Sinne von Alkoholkonsum oder ausschweifendem Essen wurde nochmals revidiert: „mens sana in corpore sano“ – für die bevorstehenden Strapazen galt es sowohl Kopf als auch Körper richtig einzustellen.

Die Voraussetzungen könnten besser nicht sein, aber dennoch bleibt dann immer diese kleine Ungewissheit, ob alles passen wird an diesem einen, großen Tag!?

Um zu 7 Uhr an diesem Sonntagmorgen: Sigrid – die Langdistanz-Veteranin, hat sie doch schon einige Ultra-Triathlons bestritten - steigt bei Regen (Wasser von oben, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Nebenfluss der Donau) in den Guggenberger See, während Thorsten – der „Rookie“ und Erst-Täter sowie Ralf, der zuvor fünf Jahre lang gar keinen Sport gemacht hat, sich in die Fluten der Binnenalster stürzen, wo kurz darauf die Sonne über die Villen am Ufer schaut. Alle drei bewältigen die Schwimmstrecke, jeweils durch einen Landgang unterbrochen, gut und so ging es um 08:10 Uhr bzw. 08:30 Uhr in Hamburg auf die Radstrecke, über die Köhlbrandbrücke in die Weiten des südlichen Hamburger Umlandes und in bzw. gegen den Wind – der auf dem Rad natürlich immer von vorne kommt und durch die Harburger Berge kamen sogar beträchtliche 1.200 Höhenmeter zustande.

Gegen 08:50 Uhr geht es für Sigrid auf die Radstrecke in der wunderschönen Umgebung der Stadt: tolle Landschaft, wenig Steigungen mit 600 HM und der Regen lässt auch nach, die Straßen trocknen ab und „es rollt“.

Mittlerweile hat die Sonne den Zenit überschritten, aber an ein gepflegtes Mittagessen ist bei den Athleten nicht zu denken – solche Gels sind auch total lecker!!! Auch die Fans an der Strecke haben keine Ruhe: ständig in Bewegung, um bei möglichst vielen Gelegenheiten „nach dem Rechten“ sehen zu können.

Nachdem sie also alle zwischen fünf und sechs Stunden in die Pedale getreten haben, geht es ein letztes Mal durch eine Wechselzone – und wenn man denkt, das wäre einfach, sieht man sich getäuscht, denn es zeigt sich, dass andere Athleten in der Aufregung nach dem falschen Beutel greifen können, so dass man selbst plötzlich OHNE Laufausrüstung dastehen kann – welche Dramatik! Aber zum Glück findet eine freundliche Helferin den richtigen Beutel, so dass das letzte Kapitel des Dreikampfes beginnen kann.

Im Süden der Republik beginnt für Sigrid jetzt der schwierigste Teil: sie hatte verstärkt auf dem Rad trainiert und dann kommt die Laufstrecke mit steinigen Parkwegen und Kopfsteinpflaster durch die Altstadt daher - da tun einem schon beim Gedanken daran die Knie- und Fußgelenke weh. Und das Ganze muss vier Mal durchlaufen werden…

Derweil laufen Ralf und Thorsten entlang der Binnen und Außenalster zum Wendepunkt und wieder zurück zum Rathausplatz: ebenfalls 4 Runden.

Alle haben während des gesamten Tages natürlich immer wieder darüber sinniert, ob & wie es gerade läuft, was noch geht und was nicht mehr… oder zwischendurch eben auch gar nicht mehr gedacht.

Der abschließende Marathon dann ein Wechselbad der Gefühle unserer drei Starter: Sigrid ist in Regensburg damit beschäftigt sich nicht die Füße zu brechen und ihre angestrebte Ziel-Zeit nicht aus den Augen zu verlieren, wobei Heribert in Hase & Igel-Manier immer schon da war, um ihr die Zeiten zuzurufen. Thorsten startet gut in die letzte Disziplin – er hat „lediglich“ auf den letzten 19km mit einem rebellierenden Magen zu kämpfen. Ralf hatte die letzten 8 Stunden darüber nachgedacht, wie schrecklich wohl die letzten 5 Laufkilometer sein würden, um dann festzustellen, dass es die Schönsten sind, die er je gelaufen ist.

Nachmittags um kurz vor fünf überquert er nach sagenhaften 10:04:42 die Ziellinie – Ralf, you are an Ironman! Um kurz nach halb sieben folgt Thorsten auf dem roten Teppich – die Uhr bleibt bei 11:32:05 stehen; Thorsten, you are an Ironman! Und um kurz vor halb acht, rund 700km südlich, überquert Sigrid nach 12:54:17 – mit 6 Minuten „Vorsprung“ auf die eigene Vorgabe – die Ziellinie und sichert sich damit den 2. Platz bei den Deutschen Meisterschaften; Sigrid – you are a Vizemeisterin! Und Teilnehmerin der Challenge-Weltmeisterschaften in Samorin in der Slowakei im Juni 2018!

Soweit unsere kleine Reise – wie ihr unschwer erkennen konntet, haben alle drei Athleten etwas erlebt und geleistet, das bei den meisten von uns nur Kopfschütteln verursacht… „die spinnen, die Römer – äh, Triathleten!“ Ja, zumindest diejenigen, die eine Langdistanz bewältigen… und aus diesem Grund möchten wir auch alle Drei als „Sportler des Jahres“ im TSV Schwarme ehren.

Thorsten kann leider heute nicht hier sein, weil er morgen – um 06:00 in der Früh – bei der Brocken-Challenge (80km von Göttingen bis auf den Brocken) an den Start geht. Ralf und Sigrid, ich möchte euch nach vorne bitten, um eure Auszeichnungen entgegen zu nehmen. Herzlichen Glückwunsch!

 

   
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