von Richi
Liga-Debüt Sprintdistanz
Meine erste Sprintdistanz seit Langem und um ehrlich zu sein, habe ich das Ganze vielleicht doch ein wenig zu locker genommen. Ich hatte mir den olympischen Gedanken „Dabei sein ist alles“ für den Wettbewerb auf die Fahne geschrieben und mich darauf vielleicht ein wenig zu sehr ausgeruht, aber dazu später mehr.
Naja, also die kurzfristige Vorbereitung auf den Wettbewerb lief gar nicht schlecht, Samstagabend lag alles auf dem Küchentisch, das ich dem Screenshot einer Liste von Alena mit den Must-Haves für einen Triathlon entnehmen konnte. Das alte Rennrad von Alena lag bereits im Kofferraum des Supi, welches ich für die erste Saison als das Wettbewerbsfahrrad auserkoren hatte. Ich hatte zwar vorher ein Rennrad, das ich von Hilmars Sohn geschenkt bekommen hatte, aber nach der ersten Tour mit dem TSV Schwarme, musste ich mir sagen lassen, dass man ca. 15 cm größer für das Fahrrad sein sollte. Naja man kauft ja auch kein T-Shirt in XXL, wenn man L braucht, dann lieber eine M und nen bissl enganliegend und so ungefähr verhielt es sich auch mit dem Rennrad von Alena.
Am nächsten Morgen gab es dann zwei Brötchen zum Frühstück und die letzten zwei Hälften mit Honig, dem Rat des aktuellen männlichen Weltrekordhalter des Marathons, Sebastian Sawe, folgend, also auch nah am Optimum.
Die geplante Abfahrzeit wurde dann leicht gerissen und 30 Minuten später als gedacht losgefahren, diesbezüglich gerne bei Fragen an Alena wenden, aber auch das kann ja mal passieren. Ich war weiterhin entspannt, alles easy, dann eine perfekte Fahrt zum Wettbewerb ermöglicht durch Alena als Fahrerin und Milow als Begleiter. Die Parkplatzsuche Vorort gestaltete sich dann ein wenig schwierig als Nicht-Tennisspieler, aber nach einem erneuten Parkplatzwechsel hatten wir dann einen sehr guten Parkplatz ohne eine zu hohe Wahrscheinlichkeit von Lackschäden an unserem neuen Auto gefunden. Nun rückte die Deadline des Checkins für das Fahrrad schon deutlich näher, was dem Hinweis des Ordners „jetzt aber flott“ zu entnehmen war.
Durch die grandiose Hilfe von Jörg und Conny mit meinen Startunterlagen schaffte ich es dann aber doch pünktlich einzuchecken und gesellte mich zur Mannschaft. Nachdem alles an seinem Ort war, gab es dann die allgemeine Besprechung und Einweisung durch Erik, auch immer noch alles entspannt.
Selbst beim Start vom Schwimmen war ich noch halbwegs entspannt, aber musste dann nach nur einmal Freiwasserschwimmtraining feststellen, dass die Orientierung doch nicht so leicht fiel insbesondere mit meiner sehr alten und kleinen Schwimmbrille. Aber nachdem ich das Schwimmen glücklicherweise überlebt hatte, packte mich dann doch ein wenig mehr der Ehrgeiz auf dem Fahrrad. Ich trat ordentlich in die Pedale und überholte tatsächlich ein paar Mitwettbewerber. Die Strecke war wirklich sehr schön und angenehm zu fahren, nur zum Ende hin hatte ich kurz das Gefühl, dass ich einen leichten Krampf im Unterschenkel bekommen könnte.
Das Gefühl konnte ich dann aber glücklicherweise schon auf den ersten Metern der letzten Disziplin herauslaufen. Bei dieser konnte ich dann nochmal einige Teilnehmer überholen und sah hier auch meinen ersten Vereinskollegen seit dem Start wieder. Dieser war Thorsten, der während meiner ersten Runde auf seiner zweiten an mir vorbeizog, wobei ich ihn anfeuerte und versucht habe ihn zu pushen. Das habe ich dann bei allen weiteren Vereinskollegen, die ich beim Laufen gesehen habe, genauso gehalten. Kurz vor dem Ziel wurde ich dann selber von den Vereinskollegen und Vereinshunden, die zum Zuschauen und Anfeuern dabei waren, nochmal ordentlich gepusht, sodass ich mit meinen letzten Körnern die Ziellinie erreichte, wo ich von den anderen dann freudig empfangen wurde.
Die Verpflegung im Ziel war dann selbst der Einschätzung von Björn nach mit Kuchen, Brötchen über Obst bis hin zu Hühnersuppe herzallerliebst, was schnell zu neuer Kraft führte. Mein finales Fazit fällt aber so aus, dass trotz der überschaubaren Distanzen ein Sprinttriathlon einem wirklich alles abverlangt, da man jede Disziplin am persönlichen Maximum macht und einem zusätzlich durch den klasse Teamspirit beim TSV, wie bereits erwähnt, die letzten Körner entlockt werden. Das hatte ich so extrem, wie zu Anfang angedeutet, vor dem Wettbewerb tatsächlich nicht erwartet…
von Jonny
MITTELDISTANZ 2.0
Endlich war es so weit! Ich trat meine zweite Mitteldistanz an – verletzungsbedingt zwar ein Jahr später wie geplant, aber dankbarerweise durfte ich meinen Startplatz vom letzten auf das aktuelle Jahr übertragen. Die Vorbereitungsphase gut, aber ausbaufähig. Das Wetter frisch, aber nicht zu kalt. Die Motivation voll da! Die sollte auch nur kurzzeitig etwas gedämpft werden… Die Wechselzone war bereits gut voll mit den Mitteldistanzlern und durch die freie Platzwahl musste man sich erstmal zwischen all den bereits eingerichteten Rädern einen freien Platz suchen, der natürlich nicht da war. Nach zweimal auf und ablaufen schoben wir einfach bei den scheinbar größten Lücken die bereits hängenden Räder noch etwas weiter zur Seite und richteten uns ein. Erste kleine Krise überwunden… Sollte zum Glück aber auch die einzige bleiben.
Letztes Jahr konnte ich als Zuschauer supporten, anfeuern, erste Einblicke mitnehmen und den ein oder anderen Erfahrungswert der anderen aufschnappen. Von daher war ich relativ sicher was die Streckenführung und Rundenanzahl betraf – Lobenswert zu erwähnen wurde die aber auch sehr gut im Racebook des Veranstalters beschrieben.
Der Start um 08:30: zwei Runden im See mit Australian Exit. Bei der ersten Runde bin ich noch etwas weiter außen geschwommen um meine Ruhe zu haben, das waren halt ein paar Meter mehr. In der zweiten Runde war das Feld erwartungsgemäß schon gut auseinandergezogen und ich wählte jetzt den kürzesten Weg um die Bojen. Dieser Weg der Ideallinie war dann doch mit dem einen oder anderen Körperkontakt verbunden, war es aber wert.
Trotz Neo fühlte ich mich in Summe jedoch nicht so ganz geschmeidig im Wasser. Zu oft musste ich meine Schwimmrichtung korrigieren um die Bojen im Blick behalten. Ein passendes Paar Füße an dem ich mich einfach dranhängen kann habe ich genausowenig gefunden wie die schwarze Linie am Beckengrund. Nach fast 46 Minuten war der Teil zumindest schon mal geschafft. 
Das Radfahren: Ich habe es mir schlimmer vorgestellt. Ich weiß noch wie bei meinem allerersten Triathlon sich die 90 km nach viel mehr als 3 Stunden anfühlten. Heute war es zum Glück besser. Die 4 Runden kamen mir kurzweilig vor und auch wenn man die Anstiege jedes Mal mehr verflucht hat, freute ich mich andererseits immer wieder auf die Fankurven in denen gute Stimmung herrschte. Dank einem guten Verpflegungsplan blieb auch das Energielevel konstant. Auch wenn ich körperlich nicht das Bedürfnis danach hatte, zwang ich mich trotzdem regelmäßig Elektrolyte zu trinken, Gels zu lutschen und Riegel zu essen. Das war ein Learning aus dem letzten Jahr bei einem Event: Auch wenn ich mich noch gut fühle und meine nichts zu brauchen, trotzdem Energie nachkippen – in welcher Form auch immer!
So bog ich gut gelaunt über die pannenfreie Strecke in Richtung Wechselzone und wagte sogar erfolgreich den Flying Dismount – dem Koppeltraining sei Dank!
Das Laufen: Tja, schon fast 4 Stunden unterwegs und jetzt noch 20 Kilometer laufen. „Das wirste bestimmt gleich merken“, dachte ich mir. So startete ich die erste von 9 Runden um den O-See erstmal vorsichtig mit ner Pace von fast 5 Minuten. In der zweiten Runde wusste ich jetzt, dass auch hier so mancher An- und Abstieg zu Fuß kam und wurde die nächsten Runden progressiv schneller – immer mit der Erwartung, dass gleich „der Mann mit dem Hammer kommt“. Aber er kam nicht… Was die richtige Energiezufuhr so alles ausmacht… Stattdessen waren jetzt die TSV Kollegen an der Strecke und feuerten mich an. Das tat gut und die Interaktion mit ihnen brachte etwas Abwechslung in diesen kopfhörerlosen Longrun.
Und dann sah ich ihn: den rückenfreien Trisuit meiner Frau. Wie immer, wenn sie irgendwo vor mir läuft, kommt es mir ewig vor bis ich sie eingeholt habe. Manchmal denke ich sogar, dass sie schneller wird... Wie dem auch sei: Ich war erleichtert sie zu sehen, weil ich so wusste, dass auch bei ihr die vorherigen Disziplinen erfolgreich gemeistert wurden und es auch bei ihr gut „läuft“. Immerhin hatte sie eine persönliche Bestzeit als Ziel und wollte unter 6 Stunden finishen. Ein paar Worte haben wir noch gewechselt und dann startete ich in meine letzte Runde. Die wurde nochmal die Schnellste, aber auch / oder trotzdem die Bewussteste: Was machen die Knie? Der Rücken? Fußgelenke? Schulter und Nacken? Oberschenkel? Hm, alles gut… Keine Beschwerden oder Anzeichen, dass sich was meldet, wenn ich noch länger machen würde. Schön!
Mir war klar, dass ich heute deutlich schneller finishen würde wie vor 3 Jahren. Deswegen ging ich jetzt nicht noch extra in den roten Bereich, sondern verabschiedete mich dankend von dem einen oder anderen Helfer und Zuschauer die mich angefeuert haben, klatschte einige High-Fives ab und lief relativ entspannt mit meinen übrigen Kraftreserven ins Ziel. In Anbetracht der Idee vielleicht schon nächstes Jahr eine Langdistanz zu machen, sprach das heute auf jeden Fall dafür!





