von Kerstin

Mit insgesamt 10 Teilnehmenden reisten wir im Laufe des Freitags in die Eifel, um am 24h-Rennen auf dem Nürburgring teilzunehmen: „wir“, das waren zwei 4er-Teams und 2 Einzelstarter. Leider waren zwei der ursprünglich „treibenden Kräfte“ bezüglich der Anmeldung verletzungsbedingt nicht dabei, aber wir haben für die beiden mit in die Pedale getreten!

Hendrik hatte die Heckscheibe seines Fahrzeugs mit Klebestreifen á la „Wacken Open Air“ mit „RAR“ dekoriert und ich hatte den Kleeblattultra-Magneten und die Beach-Flag von der Ausdauersparte dabei, so dass wir unseren gemeinschaftlich eingerichteten Stellplatz hinreichend publikumswirksam in Szene setzen konnten!

Beim Schlendern über das Veranstaltungsgelände / durch das Fahrerlager wurde deutlich, dass es sich um eine wirklich große Veranstaltung handelt: unzählige Messe-Stände mit den letzten Neuigkeiten in Sachen Technik, Ausstattung, Verpflegung und Regeneration waren zu bewundern und auch ein erster Blick in die Boxen-Gasse war sehr beeindruckend – dort erfolgte am Samstag um 12:35h dann auch der Startschuss für unser „Rennen“.

Bei den 4er-Teams stürzten sich zunächst Jens und Carsten „ins Gedränge“ und natürlich Hendrik und Sascha, unsere beiden Einzelstarter waren im Getümmel dabei – der Startvorgang zog sich über mehr als fünf Minuten, aber wir haben tatsächlich unsere Vier durchfahren sehen (was ein kleines Wunder war, weil einem vor lauter vorbeifahrenden Rädern ganz schwindelig wurde).

Danach gingen wir zurück ins „Fahrerlager“ und warteten darauf, dass Jens und Carsten von der ersten Runde zurückkehren würden – (mehr oder weniger) behilflich war bei der Planung der „Übergaben“ die RaceMap-App von Datasport, mit der man sehen konnte, wo sich der jeweilige Athlet gerade auf der Strecke befindet (wenn das Tracking aktiviert ist und die App ein stabiles Netz hat). Beide Teams hatten vereinbart, dass jede/r jeweils eine Runde fährt und dann der Transponder (der sich in einer unbefüllten Trinkflasche befand) an den Nächsten weitergegeben wird, so dass man jeweils 3h „Pause“ zwischen seinen Runden hat. Für Hendrik und Sascha war das natürlich anders: sie waren ja auf sich selbst gestellt und konnten so oft fahren oder so lange Pause machen, wie sie wollten oder mussten.

Nach knapp einer Stunde kam Jens dann auch schon wieder angefahren, überreichte den „Staffelstab“ und los ging es für mich, zum ersten Mal überhaupt, auf die 27km mit 550 Höhenmetern: den „Anfang“ der Strecke und die Durchfahrt des Fahrerlages waren wir am Freitagabend noch kurz abgefahren, aber jetzt ging es durch den Start-/Zielbereich in Richtung „Grüne Hölle“ auf die Nordschleife – nach kurzer Zeit war man aus dem Boxengassen-Trubel raus und es ging in die Natur. Auf der superbreiten Rennstrecke mit einigen schönen Kurven erstmal überwiegend bergab, aber ab und zu auch direkt in kurze, „giftige“ Gegenanstiege, bei denen so manche/r mit dem Schalten Probleme bekam und einige Kettenabwürfe provoziert wurden (die dann zur Folge hatten, dass in diesen Anstiegen dann kurzfristig geschoben werden musste). Glücklicherweise verfügte ich aus unseren Trainingscamps im Allgäu über die benötigte Routine, so dass mir dieses Schicksal erspart blieb! Dieser erste Teil der Strecke war „im Flug“ absolviert und nach ca. 8km begann dann der erste längere Anstieg, zu dessen Beginn man sich nochmals an einer Verpflegungsstation mit Wasser oder Iso-Getränk versorgen konnte. Es ging von 352m Höhe über insgesamt ca. 4km auf eine Höhe von 632m: im ersten Abschnitt noch moderat ansteigend, dann ein kurzer flacher Abschnitt, bevor es zunächst noch moderat aufwärts ging und schließlich eine „Rampe“ von ca. 200m mit deutlich zweistelligen Prozenten hoch auf die „Hohe Acht“ – dem höchsten Punkt, der in Sachen Verpflegung und Unterhaltungswert mit DJ keine Wünsche offenließ. Nachdem ich also die erste Hälfte der Runde in der prallen Sonne hinter mich gebracht hatte, scherte ich kurz nach links aus, um mich ein wenig zu erfrischen/abzukühlen, bevor es weiterging. Zunächst ging es danach wieder für ca. 5km in „Wellen“ auf und ab, bevor es in eine „längere Gerade“ ging, die wiederum kontinuierlich sanft nach oben führte und an deren Ende, kurz bevor man wieder die Boxengasse erreichte, zwei kleinere, „fiese“ Spitzen hatte. Durch die Boxengasse konnte man dann wieder Fahrt aufnehmen und anschließend rasant durch das kurvenreiche Fahrerlager pedalieren, bevor es kurz bevor man in Richtung unseres Wechselplatzes abbog, nochmal unscheinbar, aber körner-fressend etwas hoch ging. Aber nach 1:03:43 war ich schließlich mit einem breiten Grinsen im Gesicht zurück und übergab an Ronald, der mit einer Fahrzeit von 1:00:29 gut 3 Minuten schneller als ich unterwegs gewesen war und schließlich an Tim übergab, der mit 1:03:04 „reinkam“.

Und dann ging es vor vorne los: Jens, Kerstin, Ronald, Tim – die Rundenzeiten wurden zum Teil sogar noch etwas schneller, aber spätestens bei den Fahrten in der Dunkelheit ließen wir die Vernunft walten und fuhren (etwas) langsamer. Ein definitives Highlight war meine erste (von zwei) Nachtrunde: in der Finsternis durch den Wald, eigentlich nur Stille (ok, bis auf das (eigene) Schnaufen bergauf), fast Vollmond durch die Bäume und dann hört man dieses „Wummern“ und weiß, auf der Hohen Acht ist Party: rote Leuchten säumten die Strecke auf den letzten Metern der „Rampe“, Disko-Nebel am DJ-Pavillon und Stimmung pur! Das hat schon was… auf meiner zweiten Runde in der Nacht fiel kurze Zeit nach dem Durchfahren der Hohen Acht später mein Frontlicht aus, aber zum Glück konnte ich mich immer in der Nähe von anderen Fahrenden aufhalten und so die Runden unfallfrei zu Ende bringen… beim nächsten Mal weiß ich, dass der Akku die 800 Lumen nur für 1.5h schafft – entweder nachladen oder weniger Leuchtkraft wählen! Die Pausen halfen dabei, der Muskulatur etwas Erholung zu gönnen, die Energievorräte aufzufüllen und den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen; es war sogar etwas „Halbschlaf“ möglich. Unser Team lief fast wie ein Uhrwerk und um kurz nach 11:00 ging ich auf meine sechste Runde – und „musste“ bis 12:14 Uhr über die Ziellinie fahren, um Ronald auch nochmals auf die Strecke schicken zu können, bevor die „Cut-off-Zeit“ um 12:15 Uhr zuschlagen würde. Aufgrund der schon wieder recht warmen Temperaturen hatte ich einen kurzen Stopp auf der Hohen Acht eingelegt, dann aber versucht zügig voran zu kommen… und habe zum Ende hin richtig „Gas“ geben müssen, um es zu schaffen: um 12:13:11 bin ich bei Start/Ziel durchgekommen, aber als ich am Wechselplatz ankam, waren Ronald (und Tim) bereits vorzeitig mit einigen vom anderen Team auf eine gemeinsame „Abschlussrunde“ gegangen, so dass wir „übrigen“ (Jens, Hendrik, Sascha, Klaus und ich) uns in den Bereich vor der Zieldurchfahrt begeben haben, um dann gemeinsamen mit Carten, Martin, Olaf, Ronald und Tim ins Ziel zu fahren und unseren Medaillen in Empfang zu nehmen. Anschließend gab es noch ein abschließendes, gemeinsames Getränk und dann wurden die „Zelte abgebrochen“ und es ging auf die Heimreise. Mein Fazit: das war ein tolles Wochenende mit „den Jungs“ und ich hoffe, dass wir auf unseren gesammelten Erfahrungen in 2027 zurückgreifen werden und noch weitere Teilnehmende motivieren können, dabei zu sein!

Aus dem zweiten Team gibt es noch die folgenden Rückmeldungen von

Olaf: „24 Stunden Rad am Ring – endlich hat es geklappt!“ Nach meinem Unfall, der meine Teilnahme im letzten Jahr vereitelt hatte, und einer jahrelangen Suche nach den richtigen Mitstreitern, konnte ich dieses Ziel endlich abhaken. Und es hätte kaum besser laufen können: 24 Stunden voller Spaß, Energie und unvergesslicher Momente. Erstaunlicherweise waren wir kaum müde – dafür umso motivierter. Aus anfangs unbekannten Personen ist in kürzester Zeit ein richtig geiles Team geworden. Der Zusammenhalt, die gegenseitige Unterstützung und die starke Teamleistung haben dieses Wochenende zu etwas ganz Besonderem gemacht. Vielen Dank an alle, die dabei waren. Das war definitiv nicht das letzte Mal – gerne wieder!

Carsten: 10 Runden standen auf meiner „Liste“: immer Doppelrunden so lange es geht, mal sehen bei den Temperaturen. Ich hatte zwar viel „Berge“ trainiert, aber es fällt mir immer noch sehr schwer. Krämpfe in der 2. Doppelrunde - Gurkenwasser mit/und Cola haben geholfen und „alles essen, was da ist“. Dann eine Einzelrunde, um die Muskulatur zu stabilisieren und damit ich die nächste Runde mit Klaus beginnen kann, so dass wir die Stimmung im Dunkeln auf der hohen Acht gemeinsam genießen können. Gleich danach noch meine nächste Runde und „zack“ waren es schon 7 Runden. Ich war zwar nicht sehr erschöpft, aber die Beine wurden schwer, und der in den Anstiegen schmerzende Rücken wurde immer fester - die nächsten 3 Runden würden kein „Geschenk“ werden… es folgten 3 Einzelrunden, die letzte mit nur ganz kurzer Pause und zusammen mit den meisten Teammitgliedern. Auf der Zielgeraden wartete noch der Rest für die gemeinsame Zieldurchfahrt. Emotionale aufgeladen und überglücklich sind wir die letzten Meter zusammengefahren. Es hat wieder Spaß gemacht, Rad am Ring mit dieser tollen Truppe zu erleben!