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von Jörg
In Zeiten von Corona werden die Leute erfinderisch. So wurde zum Beispiel die erste Deutsche Gravel Serie - orbit360 ins Leben gerufen. Es gibt 16 Strecken, in jedem Bundesland eine, die man im Zeitraum Anfang Juli bis Anfang September bestreiten kann.
Je nach Anzahl der gefahrenen Tracks bekommt man Punkte und dann noch Zusatzpunkte je nach Platzierung.
Aber Punkte und Platzierungen interessierten mich nicht, ich fand die Idee dahinter toll und wollte unbedingt einen oder sogar mehrere Orbits fahren.
Da ich momentan Freitags Kurzarbeit habe und die Wettervorhersage perfekte Bedingungen versprach, sollte es Donnerstag direkt nach (vorverlegtem) Arbeitsende los gehen.

Das Rad war hergerichtet, alle Utensilien verstaut und die Kofferwaage zeigte den einsatzbereiten Renner mit stolzen 20,5 kg an. WAS? Jörg, was hast du da wieder alles eingepackt, was du am Ende doch nicht benötigst?
Kurz reflektiert und gedacht, dieses Zusatzgewicht hattest du am Jahresanfang noch alles auf der Hüfte, also stell dich mal nicht so an!
Rad ins Auto und ab nach Bremen, geparkt auf dem Firmenparkplatz und im Bereich des Flughafens in den Track einsteigen. So war der Plan.
Allerdings wollte mein Garmin mir die Strecke nicht anzeigen. Nach drei Versuchen den Garmin mit Komoot zu synchronisieren, beschlich mich der Verdacht, dass das mit dem Cyberangriff auf Garmin zusammenhängt.
Was tun? Zurück nach Hause, Garmin per Kabel an den Laptop angeschlossen, Track aufgespielt, AUSPROBIERT!!! und wieder ab nach Bremen.
Das fing ja gut an. Also nochmal den Startknopf gedrückt, allerdings erst um 18 Uhr, 3 Stunden später als geplant. 15 km später Plattfuss - ein klassischer Snakebite. Bin in eine von Grasbüscheln verdeckte Längsspalte im Betonweg geraten.
Spätestens jetzt war klar, dass dieses Abenteuer unter keinem guten Stern steht.
Aber kein Problem, in meinen 11 kg Gepäck war ja auch ein neuer Schlauch und Panzertape für den Mantel. Mit der kleinen Pumpe wieder Luft drauf und weiter.
Das Schlimmste hast du jetzt hinter dir - dachte ich.
Es ging in Richtung Oldenburg auf schönen Singletrails durch Wald und Flur. Allerdings waren auch einige Passagen dabei, da fragte ich mich, ob das wirklich sein muss. Der Track führte durch richtig überwucherte Pfade, die fast nicht zu erkennen waren. Wieder auf offener Strecke kamen die Sandwege - muss das wirklich sein?

Schon nach ein paar hundert Metern war für mich kein Vorankommen mehr und ich musste bestimmt einen Kilometer weit schieben.
In schönem Wechsel ging es so weiter - schwer zu befahrene Singletrails im Wald und nicht fahrbare Abschnitte im Sand. So machte das leider keinen Spaß, ich wollte eigentlich auf Schotter fahren und nicht mein Rad durch die Norddeutsche Tiefebene schieben.
Bis Sonnenuntergang hatte ich gehofft etwa 1/3 der Strecke, also ca 100 km hinter mir zu haben.
Das hat bei Weitem nicht geklappt. Bei km 75 um kurz nach 22:00 Uhr habe ich meine Einmannschlaftüte aufgebaut.
Zuerst konnte ich nicht einschlafen, die Anstrengung der letzten 4 Stunden arbeitete in mir. Irgendwann bin ich aber doch weggeschlummert und habe erstaunlicherweise bis kurz nach 5 Uhr gepennt. 
Bis das ganze Gerödel wieder eingepackt war (hat sich das Volumen über Nacht verdoppelt?) dauerte es, so dass ich gegen 6:00 h wieder aufs Rad stieg.
Nach kurzer Asphaltstrecke der nächste Sandweg, 13 km lang, immer wieder musste ich absteigen und schieben. Aber die Bereiche, die fahrbar waren, gingen richtig an die Substanz.
Frühstück gab es in Ovelgönne beim Bäcker und auch Nachschub für die Wasserflaschen. Nach Ovelgönne zuerst wieder Sandwege, dann wurde es grüner - sehr viel grüner! Das hüfthoch wuchernde Gras lies mich den Weg fast nicht mehr erkennen. Außerdem verfing es sich in der Schaltung, hielt mein Rad fest, welches mich daraufhin abwarf. Nichts passiert, also weiter.
Spätestens jetzt überwogen meine Zweifel, ob diese Geschichte gut für mich ausgeht. Den Rest gab mir der Blick auf das Schilffeld - hier durch - muss das wirklich sein?

Am Ende des Schilfweges ging es an einer Kuhweide mit Schwarz-Weißen vorbei. Doch der gespannte Stacheldraht wollte genau das verhindern. Ein paar Sandwege weiter, endlich am Jadebusen angekommen, war meine Kraft schon ziemlich erschöpft. Ein anderer Teilnehmer hatte geschrieben, dass ab hier die Kilometer nur so purzelten. Darauf wartete ich vergebens. Obwohl fast durchgängig auf Asphalt benötigte ich für die 38 km 1 3/4 Stunden.

Im Kopf fingen diverse Berechnungen an. Selbst wenn ich das Tempo beibehalten könnte, würde ich in die nächste Nacht hinein fahren. Die Kraft ist aber aufgebraucht. Also aussteigen, nach 169 von 323 km. Oder abbrechen und ganz normal auf der Strasse zurück - aber die Kraft ist aufgebraucht! Oder Wenke, die mich retten kommt, entgegenfahren. Bis zu ihrem Feierabend und der Tour nach Bremerhaven könnte ich noch ca 4 h weiter fahren, also so 50-60 km. Und dann? Wofür? Auf der Fähre überzeugten mich meine Beine, dass es für heute Schluss ist.
Leider - mein erstes DNF in einem angemeldeten Event! So hatte ich mir das natürlich nicht vorgestellt. Aber die Streckenführung lag ganz eindeutig über meinen Fähigkeiten. Es gibt keine Ausrede, es lag an mir, denn etliche andere Teilnehmer haben die Herausforderung gemeistert. Euch zolle ich meinen Respekt!
Als Fazit nehme ich aber auch vieles Positive mit. Diese Art Radfahren (ohne Sand, Schilf und MTB-Trails) macht mir Spaß und die Übernachtung im Minizelt war witzig. Am Packmaß und den Zusatzkilos kann noch gefeilt werden.
Auf ein nächstes Mal
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von Kerstin
Da ja in diesem Jahr leider alle Wettkämpfe und somit Saisonhöhepunkte ausfallen, musste auch ich mich mit dem Gedanken anfreunden, am 21. bzw. 28.06. nicht beim „Double Half“ in Arendsee respektive Uelzen am Start zu sein… ☹
Nachdem Martin und Jörg im letzten Jahr mit dem Rad zum Anfeuern nach Uelzen gekommen waren und danach dann – vor der Rückreise mit Silvia und Magnus „im Bulli“ - die „obligatorischen Pommes“ beim „Binnen und Buten“-Grill vertilgt hatten, war die Streckenplanung für einen „Ausflug“ vorhanden.
Gesagt, getan… also, statt Halbdistanz-Triathlon dann eben eine Art „Radmarathon“ – meine bisher längste, jemals zurückgelegte Strecke belief sich auf 165km… aber ich hatte mit Jens ja einen MSR- und Bimbach-erfahrenen Marathonfahrer an meiner Seite (bzw. VOR mir). ? So stiegen wir am Sonntag um kurz vor acht auf die Räder – der Himmel war bewölkt, es war trocken und der Wind kam aus Südwest… somit für den überwiegenden Teil des Hinweges von hinten.
Nachdem wir bereits nach 2 km einen kurzen Stopp einlegen mussten, um die Technik „einzunorden“, rollten wir dann herrlich über wenig befahrene Straßen, durch Truppenübungsgelände, schöne Waldstücke, teils dann sogar im Sonnenschein Richtung Osten.
Kurz vor „Mittag“, gegen 11:45 waren wir am Etappenziel und gönnten uns „Pommes-rot mit 0.4 Cola“ - lecker! Anschließend wurden an der benachbarten Tanke noch kurz die Trinkflaschen wieder aufgefüllt und schon wurde der Rückweg in Angriff genommen… man ahnt es: in Richtung Westen hatten wir natürlich entsprechend mit dem böigen, seitlichen Gegenwind zu kämpfen, aber es lief erstaunlich gut: die Beine oder Kondition waren weniger ein Problem als die verspannte Schulter- und Nackenmuskulatur… zwischendurch tröpfelte es ab und zu ein wenig, aber das war eher erfrischend.
Das letzte Stück der Strecke haben wir dann windbedingt etwas abgeändert, so dass wir gegen 17:00 Uhr mit gut 230km „auf der Uhr“ wieder auf den Hof gerollt sind.
Fazit: so schlimm ist das gar nicht, so weit mit dem Rad zu fahren! ?
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von Jörg
da auch mein geplantes Radsportevent in diesem Jahr abgesagt wurde, galt es eine Alternative zu suchen.
Schnell wurde mein geplanter Besuch bei meinen Kindern in Köln als möglicher Langstrecken-Ersatz in Betracht gezogen.
Das geplante Trainingslager auf Mallorca konnte ja auch schon nicht stattfinden, hierfür wurde die Variante "wir fahren mit dem Wohnmobil" teilweise in "du fährst Wohnmobil und ich mit dem Rad" umgewandelt.
Somit konnte ich in unserem Ostseeurlaub einige Trainingskilometer ansammeln. Wieder Zuhause, gab es nochmal eine lange Tour als Generalprobe, bei der ich schon mal vor Sonnenaufgang losgefahren bin.
Nach dieser Fahrt wurden nochmal einige Details der Ausrüstung verändert und dann war es soweit.
Am Freitag den 26.06.2020 startete ich um 03:00 Uhr früh zu meinem Brevet nach Köln. Ein Brevet ist eine Selbstversorger Langstreckenfahrt. Mein angesagtes Ziel war, dass wir um 18:00 Uhr gemeinsam am Rheinufer in Köln Grillen wollten.
Geplant hatte ich ca. alle 80 km einen Verpflegungs-Stop an einer Tankstelle - es kam allerdings ganz anders.
Auf dem ersten Streckenabschnitt, noch vor Sonnenaufgang, konnte ich die Stille und und Schönheit der Landschaft genießen. Die Route führte mich in Richtung Diepholz, am Dümmer vorbei bis Bramsche.

Kurz hinter Bramsche, bei Kilometer 103 machte ich am Mittellandkanal meine Frühstückspause und ließ mir mein im Gepäck befindliches Schwarzbrot schmecken. Gut gestärkt ging es an Osnabrück vorbei durch Westerkappeln, weiter Richtung Münster. Allerdings ging mir so langsam der Treibstoff aus. Bei der erstbesten Möglichkeit - in diesem Falle ein Netto Markt in Greven, wurde mit einer Pepsi der akute Durst gelöscht und mit 1,5 Liter Eistee die Trinkflaschen wieder aufgefüllt. Dazu gab es noch eine Laugenstange als zweites Frühstück. Inzwischen war ich ja immerhin schon fast 6 Stunden unterwegs.
Soweit lief alles gut - aber schon 40 km weiter, bei Buldern, wurde ich von meiner Route geworfen. Baustelle! Leider war die ausgeschilderte Umleitung für Radfahrer gesperrt, somit musste ich mehrfach anhalten und auf meinem Garmin nach alternativen Strassen suchen. Irgendwann, nach etwas Zickzack durch kleine Wohngebiete, war ich aber wieder auf der geplanten Strecke.
Der nächste Verpflegungsstopp war kurz nach Haltern am See bei km 215. Soweit - so gut, noch war ich prima in der Zeit. Für die 215 km hatte ich 08:03 h benötigt.
Weiter ging es entlang der Lippe nach Dorsten, von dort dann Richtung Dinslaken. Und hier fing der weniger lustige Teil meiner Reise an. Ich hatte bei der Planung der Strecke versucht bei gleicher Distanz möglichst wenige Höhenmeter anzusammeln. Von der Idee her ganz gut - aber ich hatte nicht bedacht, dass man mit dem Rad besser nicht durchs Ruhrgebiet fährt.
Fürchterlich schlechte Radwege, gefühlt tausend Ampeln und zum Teil wirklich schlechte Luft. Das Ergebnis war, dass ich für die letzten 100 Kilometer 4:46 h benötigte (im Vergleich, die ersten 100 km in 03:40 h).
Wirklich am frustrierendsten waren die Ampelphasen. Zu Teil musste ich Kreuzungen mit drei großen 4-spurigen Strassen queren und benötigte 6 Ampelphasen. Warum 6? Weil ganz offensichtlich in Nordrhein-Westfalen für Radfahrer nur jede zweite Ampelphase auf grün geschaltet wird. Laut meiner Auswertung am Garmin bin ich 50 min an Ampeln oder Kreuzungen gestanden und das fast ausschließlich auf den letzten 100 km. Dagegen stehen vier Verpflegungs-Pausen und zusätzlich drei kurze Verschnaufpausen mit in Summe gerade mal einer Stunde.

Aber egal, über Dinslaken nach Duisburg, Neuss und Dormagen ging es zum Ziel nach Köln. Auf diesem Abschnitt konnte ich aber auch meinen Plan, alle 80 km Getränke auffüllen vergessen, denn es wurde richtig warm (bis zu 38 Grad) und ich hatte teilweise meine beiden 950 ml Flaschen schon nach 30 km wieder ausgetrunken. Natürlich schwanden auch langsam die Kräfte und die Müsliriegel machten mich auch nicht mehr wirklich an. So kam es, dass ich noch etliche weitere Stopps einfügte, den letzten sogar nur 15 km vor dem Ziel. Doch an der Tanke gab es zur Stärkung nochmal ein belegtes Brötchen, danach konnte ich dann bis zur Zoobrücke, unter der Wenke inzwischen mit dem Wohnmobil stand, weiter fahren.
Nach 335 km kam ich dort rechtzeitig zum Grillen um 17:38 h an, mit einer Fahrzeit von 13:40 Stunden sowohl meine weiteste (km), als auch längste (h) Radtour bisher.

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von Martin
Über das verlängerte Wochenende reiste ich mit der Familie nach Schleswig-Holstein an die Ostseeküste. Ein in Kiel beheimateter Radsportfreund, Patrick, wollte mir sein Heimatrevier mit dem Rennrad zeigen und schlug vor, die Strecke des Brevet des RC Kiel abzufahren. 
Bei diesen Events gibt es eine vorgegeben Strecke, die mit GPS gefunden werden muss und in einer bestimmten Zeit absolviert werden sollte. Wir trafen uns an einem strategisch günstig gelegenen Punkt an der Strecke und rollten um 8:00 Uhr morgens los in Richtung Hüttener Berge, folgten der Strecke also gegen den Uhrzeigersinn.
Vor allem der erste Teil der Strecke verlief auf kleinen, meist gut geteerten Nebenstraßen, kaum Autoverkehr. Das Gelände ist nie wirklich flach, es geht auf und ab, die gesamte Strecke ist sehr abwechslungsreich und bietet links und rechts neben der Fahrbahn viele Dinge zum entdecken. Relativ schnell erreichten wir den Nord-Ostsee-Kanal, den wir mit der Fähre überquerten. Die zweite Überquerung auf dem Weg zurück zum Start führte über eine Brücke in der Nähe von Kiel.
So ziemlich am südlichsten Punkt unserer Tour sah ich ein bekanntes Trikot vor uns auf der Straße auftauchen. Im Scherz sage ich noch zu Patrick: „Das ist bestimmt mein Nachbar Jörg, der macht Urlaub in Eutin. Das ist doch hier in den Nähe?, worauf Patrick erklärte, dass es keine große Strecke bis dahin sei. Wie sich herausstellte, war es tatsächlich Jörg, der sich auf einer Ausfahrt befand! Mein Fazit aus dieser Begegnung: ich sollte vielleicht Lotto spielen.
Vom südlichsten Punkt der Strecke ausgehend fuhren wir in Richtung Kiel, verpflegten uns dort noch mal an einer Tankstelle und fuhren dann Richtung Osten direkt auf die Ostsee zu. Gerade in diesem Abschnitt machte sich der Ostwind bemerkbar, der schon den ganzen Tag mit beachtlicher Geschwindigkeit über das Land blies. Die Temperaturen betrugen ab dem Vormittag über 20°C und der Himmel war fast durchgehend wolkenlos. Die letzten ca. 20km hatten wir Rückenwind und konnten mit den schwindenden Kräften noch etwas für den Schnitt tun. Am Ende standen 205km und 1100hm zu Buche. Inklusive Pausen und Fähre waren wir 7:16h unterwegs, Fahrzeit 6:45h, Schnitt 30,4km/h.

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von Jörg
im Moment ist alles anders, wieso nicht auch mal wieder die Radtour.
Also wurde eine Route geplant mit viel Wald- und Wiesenwegen, Schotter, Sand, Singletrails, Kopfsteinplaster, Feldwegen, ja, natürlich auch Asphalt.
Von den 87 km waren 34 km ohne Asphalt. Hat super viel Spass gemacht. Mittagspause am Bootsanleger in Colnrade, den Silberling hatte ich vorsorglich eingepackt
Fazit: die Investition in die dicken Reifen hat sich schon jetzt gelohnt!
Ein paar Eindrücke per Bild:






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von Jörg
Was macht macht man so, wenn Dank Corona keine Triathlon-Wettkämpfe, RTFs oder Läufe angeboten werden? Fahrrad warten und putzen, und man stöbert im Internet und sucht nach dicken Reifen für das Cyclocross Rad. Das wurde bisher als reines Strassenrad auf dem Weg zur Arbeit benutzt. Und siehe da, es sind sogar welche im Preis um 40% reduziert. Also bekommt mein Inflite nun 35er Noppenreifen verpasst, sogenannte Gravel-Reifen.

Die sollten nun aber ja auch mal zeigen was sie können, aber wo? Die Antwort kam mir schnell in den Sinn, sind doch die normalen ausgeschilderten Radwanderwege meist nicht Rennrad geeignet! Also wollte ich ein Stück Weserradweg entlang fahren - eine Radwanderung - also mal was Anderes.
Die Route kann man sich als GPX-File herunter laden. Den Startpunkt meiner Tour legte ich auf Bücken, den Weg von Bruchhausen-Vilsen über Calle dorthin kennt man ja schon auswendig. Als Endpunkt meiner Wanderung wurde Rinteln bestimmt.
Komoot als Planungstool las ca. 18 km losen Untergrund und festen Kies auf dieser Tour aus. Das sollte für den ersten Versuch reichen.
Schon der erste Abschnitt von Bücken nach Verden hatte einige Schotterpassagen und Kopfsteinpflaster zu bieten. Mit den 4 Bar Noppen-Schlappen war es ein reines Vergnügen da drüber zu rollen. Von Nienburg nach Landesbergen bekam man allerdings die Weser überhaupt nicht zu sehen, der Weg führte einen durch das flache Land bei Estorf.
Erst ab Stolzenau ging es wieder entlang der Weser und der vielen Sand und Kieswerke. Neben dem Schotterweg! lief ein Förderband über mehrere hundert Meter und transportierte Kies. Das hatte ich so auch noch nie gesehen.
Diese Art zu Radeln brachte aber auch Herausforderungen mit sich, die ich noch nicht gewohnt bin. Eine schön asphaltierte Landstraße schlängelt sich über mehrere Kilometer bis zur nächsten Ortschaft hin. Ich lasse meinen Gedanken freien Lauf und plötzlich piepst mich mein Tacho an. “Route verlassen”!!! Was??? Hier ist doch gar nichts, oder doch, da hinten ging ein kleiner Feldweg ab, als Abzweigung fast nicht zu erkennen. Darauf bin ich noch nicht geeicht.
Bei Petershagen musste ich einen Stop einlegen, die haben da Kühe mit Höckern, also Kamele auf der Weide. Ein Hinweisschild und eine Spendendose klären auf - es handelt sich um einen kleinen Zirkus, der hier Lager bezogen hat, solange keine Vorstellungen gegeben werden dürfen.
Von Petershagen nach Minden fährt man direkt an der Weser entlang, das war schön.
Von Minden durch Porta Westfalica vorbei am Kaiser-Wilhelm-Denkmal bis nach Bad Oeynhausen ist es landschaftlich wirklich wunderschön und man hat die Weser immer im Blick, aber leider war es entsetzlich voll. Inlineskater, E-bike Rentner, Familien Radausflug, Jogger, Kinderwagen… alle nutzen den Radwanderweg als Ausflugsziel und somit war meine Klingel, neben den dicken Reifen, der wichtigste Ausrüstungsgegenstand.
Der Weg über Vlotho bis Rinteln war wieder einsamer und endlich nicht mehr nur Gegenwind, denn dieser war bis dahin mein bester “Trainingspartner” (was man auch am gefahrenen Schnitt von nur 25 km/h sehen kann). Inzwischen waren die Beine leer und ich war schon ziemlich kaputt, das Rad war wie mit Puderzucker bestäubt mit einer Staubschicht bedeckt, aber nach 141 km hatte ich den Endpunkt meiner Tour erreicht.

Fazit:
- Es war ausreichend Schotterweg dabei und die Reifen fahren darüber wie dafür gemacht.
- Ein Radwanderweg ist definitiv nicht mit normalem Rennrad zu empfehlen.
- Sowas werde ich wieder machen. Hat Spass gemacht.
PS: solltet ihr euch fragen, wie ich wieder nach Hause kam… ganz uneigennützig habe ich das begleitende Fahren unterstützt und dafür gesorgt, dass ein paar Übungskilometer dazu kamen.
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von Martin
Nach nur 25 min. Anreise stand ich am Samstagmorgen, 11.01.20, auf der Wiese eines Vereinsgeländes in Nienburg/Erichshagen und lud mein Rad zur ersten CTF des Jahres aus.
Wohl wissend, dass es sich um eine technisch eher einfache Strecke handeln würde, hatte ich die Starrgabel am MTB verbaut und wegen des Regens der letzten Tage schmale Matschreifen montiert. Damit passte mein MTB ganz gut zu den ganzen Cyclocross-Rädern, die etwa 75% der TeilnehmerInnen fuhren.
Zwei Strecken standen zur Auswahl, 45km oder 70km. Zu Beginn wurde ein Foto für den ortsansässigen Sponsor gemacht und dann kam was kommen musste. Die Crosser ketteten rechts und preschten Vollgas los. Schnell riss das Feld auseinander. Ich fuhr eine Weile vorn mit und entschied dann aber, dass dies nicht mein Tempo war und schloss mich einer kleineren Gruppe an.
Zwei Radler vom RSV BruVi waren dabei, ich war also in bester Gesellschaft. Schon bald stellte sich heraus, dass den Teilnehmern der Reisegruppe mein Windschatten besser schmeckte als der Gegenwind, also fuhr ich ca. 80% des Weges von vorn. Ich empfand das als nicht so schlimm, so konnte ich mit Blick auf den Pulsmesser mein Tempo fahren und ein gutes Training absolvieren.
Die Strecke war abwechslungsreich und recht schnell, eine Verpflegung wurde zweimal angefahren.
Im Ziel gab es kostenlos HotDogs, belegte Brötchen und Getränke, außerdem eine heiße Dusche. Wenn mir nach zwei Stunden nicht die Füße eingefroren wären…ach was soll´s, war eine gute Veranstaltung, ich komme wieder!

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von Anke
Bei schönsten 24 Grad warmen Wetter trafen Kerstin, Jens, Martin, Sven und ich uns, um an der Rot Gold Benefiztour teil zu nehmen.
Mit rund 70 Teilnehmern machten wir uns mit unseren Rennrädern auf den 63 km langen Weg durch die Region. Auf gut ausgebauten Nebenstraßen fuhren wir einen Schnitt von ca. 22km/h durch unsere schöne Landschaft.
Es kamen viele gute Gespräche mit netten Menschen zustande. Alle kamen heile zurück, wo wir uns mit Kaffee und Kuchen stärkten.
Die 10 Euro Startgebühr kamen zu 100% dem Kinderhospiz Löwenherz zugute. Da unterstützten wir sehr gerne:)
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von Martin
Auf 60 km wollten 1200 hm mit dem MTB quer durch den Teutoburger Wald rund um Bad Iburg überwunden werden, nicht als Rennen, sondern als CTF (CountryTourenFahrt) auf einer
ausgeschilderten Strecke mit Verpflegungspunkten.
Im Internet wurde die Strecke lobend beschrieben. Zusammen mit einem Radsportfreund aus Kiel startete ich in der ersten Gruppe und es dauerte nicht lang, bis die ersten Steigungen auf zum Teil schmierigem Untergrund bezwungen werden wollten.
Das Tempo war recht sportlich, aber machbar. Steile Anstiege wechselten sich mit teils rasanten Abfahrten ab, es ging über Waldwege und Singeltrails. An der Verpflegung bei km 35
erfuhren wir, dass nur drei Fahrer vor uns waren. Diese drei sammelten wir ein, als sie uns plötzlich entgegen gefahren kamen. Ein Schild wurde falsch aufgehängt und der Streckenverlauf musste erst einmal per GPS gefunden werden. Bis auf dieses eine Malheur war die Strecke perfekt beschildert und hat richtig Spaß gemacht.
Ein Blick auf die Daten des Wattmessgerätes verriet, dass wir wirklich nicht gebummelt hatten, denn bei 2:53h reiner Fahrzeit wurde eine Normalized Power von fast 300W angezeigt.
Fazit: sehr empfehlenswerte Veranstaltung, drei Streckenlängen wählbar (25km, 40km, 60km).
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von Kerstin
Bereits seit Donnerstag waren wir im Deutschland-Tour-Fieber und verfolgten die ersten beiden Etappen am heimischen Bildschirm, wobei wir uns am Samstag dann schon auf den Weg nach Erfurt machten. Nachdem wir unsere Startunterlagen am Messegelände abgeholt hatten, haben wir dann die Fahrt der Profis von Göttingen nach Eisenach im Hotel angeschaut und danach ein wenig die Stadt zu Fuß erkundet und uns den Startort auf dem Domplatz schon einmal angesehen – der war zu diesem Zeitpunkt „quasi leer“.
Das Bild war am Sonntagmorgen dann ein anderes: 556 Männer und 119 Frauen standen bereit, um ab 08:30 Uhr auf die „Erfurter Achterbahn“ genannte 64km-Strecke zu gehen, danach starteten ab 09:00 Uhr 1103 Männer und (lediglich) 72 Frauen auf die „Thüringen entdecken“-Strecke mit einer Länge von 113km – insgesamt also 1850 Radsport-Verrückte auf einem Haufen.
Um ca. 09:10 Uhr rollten Jens und ich dann mit dem letzten Startblock auf die Strecke und sollten uns erst im Ziel wiedersehen: jede/r konnte/sollte sein eigenes „Rennen“ fahren können. Vom Start weg ging es gleich eine kleine Anhöhe rauf und dann ein wenig im Zick-Zack-Kurs durch und dann aus Erfurt heraus in Richtung Süden. Nach ca. 10km der erste Material-Test: die Ortsdurchfahrt von Molsdorf durchgängig mit Kopfsteinpflaster versehen schüttelte einen ordentlich durch, es blieb nicht einmal Zeit für einen Blick aufs Schloss. Danach ging es entlang der Gera, unter dem Autobahn-Kreuz A4/A71 und der ICE-Trasse hindurch nach Arnstadt, der Heimat von Marcel Kittel. Bis dahin rollte die Landschaft so dahin, wir hatten bis dahin erst effektiv 75m an Höhe gewonnen, aber ab Arnstadt ging es dann langsam in die Höhe – auf den 30km sammelten wir mit einigen Anstiegen zwischen 4% und 7.5% einige Höhenmeter, aber es ging auch immer mal wieder „zum Verschnaufen“ runter. Besonders zu erwähnen ist in diesem Teilstück allerdings das treffenderweise „Schönen Dank an die Streckenplaner“ benannte Strava-Segment: hier ging es „plötzlich und unerwartet“ auf gut 300m mit 8% über Kopfsteinpflaster bergauf – Holla, die Waldfee! Als Entschädigung ging es dann von Geschwenda nach Gräfenroda mit durchschnittlich 9% bergab, was mir vermutlich einen neuen Geschwindigkeitsrekord beschert hat: in der Spitze bin ich – laut Bordcomputer und erst im Nachhinein betrachtet – dort mit 78.5km/h dort runtergesaust – was eine Gaudi, bei höchster Konzentration! Danach begann dann der gut 10km lange Anstieg nach Oberhof, bei dem es insgesamt 374 Höhenmeter zu überwinden galt – die Strecke führte hier wunderschön über einen Wirtschaftsweg durch den Wald. Zunächst mit nur 1.5-3% Steigung, die sich dann im weiteren Verlauf immer mal wieder zu kurzen Teilstücken mit 8-10% auswachsen sollten. Nach ca. 64km war dann der Scheitel- und damit sowohl der Verpflegungs- als auch „Cut-off-Punkt“ erreicht – wer bis 11:57 Uhr nicht hier war, wurde aus dem Rennen genommen und konnte außerhalb der Wertung die Tour zu Ende fahren oder in den Besenwagen steigen. Dieses Schicksal blieb mir zum Glück erspart, war ich doch „schon“ gegen 11:30 Uhr dort – kurz die Wasserflasche und einige Energiereserven nachgefüllt und weiter ging es. Die nächsten ca. 7km geht es erst sachte, dann nochmal 3km etwas steiler (6-8%) bergab – ich hatte im oberen Bereich gleich nach der Verpflegung eine Gruppe von 6 Fahrern überholt, die sich zunächst an mich dran gehängt hatten und wir dann fast das restliche Rennen zusammen gefahren sind. Ab Arnstadt ging es dann wieder auf dem selben Weg wieder zurück, nur dass der Wind unangenehm aufgefrischt und uns teilweise kräftig ins Gesicht blies: meine „Männertruppe“ war sich nicht zu schade, ein Mädel die Führungsrolle zu überlassen… wann immer ich rausfuhr, um jemand anderen in den Wind zu lassen, dauerte es nicht lange, bis ich doch wieder vorne war. Ab Thörey gab es dann eine Rückenwindpassage, bevor wir wiederum die Kopfstein-Pflaster-Strecke in Molsdorf durchfahren mussten – danach gab es noch einige Wellen/Teerblasen zu durchfahren, was in der Gruppe dann gut funktionierte. Die Anfahrt zum Ziel hatte es dann allerdings nochmals in sich: knapp 2km ging es stetig bergauf, im Schnitt mit 3%, aber auch mit Passagen bis 9.5% - und das am Ende… wer sich sowas ausdenkt!? Die Stimmung auf den letzten 1000m war dann schon besonders: Zuschauer links und rechts, ein Spektakel sondergleichen – nach 3:48:00 war ich glücklich und zufrieden im Ziel und wurde von Jens in Empfang genommen, der – wenig überraschend - bereits einige Zeit (ok, fast eine halbe Stunde) vor mir angekommen war. Nach dem ersten Durchschnaufen und Aufnahme von Getränken und Nahrung im Zielbereich, habe ich daann vorsichtshalber mal die online-Ergebnisse angeschaut und siehe da: gerade rechtzeitig, um zu wissen, dass ich zur Siegerehrung gehen sollte – Platz 3 in meiner Altersklasse! So bekam ich zusätzlich zu meiner Finisher-Medaille auch noch ein weiteres Exemplar – in Bronze und mit Gravur – von der Miss Germany umgehängt! Den Rest des Nachmittages verbrachten wir dann im Zielbereich, um das Profi-Rennen auf der Video-Wand zu verfolgen und natürlich die insgesamt drei „Durchfahrten“ zu bestaunen: es ist unfassbar zu sehen, mit welchem Tempo diese Jungs da durchgeballert sind (wenn ich bei meiner eigenen Zieleinfahrt bereits gedacht hatte, ich sei langsam, wusste ich jetzt, dass ich eine Schnecke bin). Ein toller Sonntag in Thüringen – mal sehen, wo die Deutschland-Tour nächstes Jahr hinführt, vielleicht sind wir wieder dabei.
Hier der Link zu meinem Relive-Video der Fahrt: https://www.relive.cc/view/gh39897910645
- „Hör ich da ein Mutti?“ – Endurothon Schierke 2019
- „If you can dream it, you can do it“ – Stoneman Dolomiti
- 41. RTF-Wadenkneifer Samstag 27.07.2019
- Heavy24 – 24h MTB Rennen Chemnitz
- 8h MTB Rennen Aaabenraa/Dk
- Butterkuchen vom Feinsten
- Mecklenburger Seenrunde 2019
- Delmenhorster RTF bei Kaiserwetter
- RTF Bremen
- Mallorca 2019




